Grab von Merlin
CHÂTEAU DE COUSTAUSSA (Katharerburg), 11190 Coustaussa, Frankreich
Mittelalterliche Katharerburg aus dem 12. Jahrhundert, direkt gegenüber von Rennes-le-Château gelegen
Die Burg war im Mittelalter eine wichtige Festung und Teil des Verteidigungssystems der Region
Die Ruinen bieten einen beeindruckenden Blick auf Rennes-le-Château und das Salz-Tal
Die Burg ist eng mit der Geschichte der Katharer und Templer verbunden
Im November 1210 ereignete sich ein dramatisches Ereignis: Nachdem Simon de Montfort und seine Kreuzfahrer die Katharer-Festung Termes eingenommen hatten, zogen sie weiter Richtung Coustaussa. Doch als sie ankamen, war die Burg bereits verlassen. Der Legende nach gelang den Verteidigern die Flucht durch einen unterirdischen Tunnel, der von Coustaussa zum nahegelegenen Château de Blanchefort führte. Der Geheimgang nach Blanchefort nährte später die Legenden über Templer-Verbindungen, da Blanchefort als Templerburg galt. Sollte hier vielleicht der Katharer-Schatz in Sicherheit gebracht worden sein?
In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November 1897 (Allerseelen) ereignete sich in Coustaussa ein Verbrechen, das bis heute Rätsel aufgibt und direkt mit dem Mysterium von Rennes-le-Château verbunden ist. Der brutale Mord: Der Pfarrer von Coustaussa, Abbé Antoine Gélis, wurde in seinem Pfarrhaus grausam ermordet aufgefunden. Gélis wurde mit einem Stock und einem Feuerhaken erschlagen. Bei der Untersuchung fand man im Pfarrhaus große Summen Bargeld, die von den Tätern nicht gestohlen worden waren. Der Mord an Gélis geschah nur 12 Jahre bevor Saunière 1909 suspendiert wurde. Manche Forscher sehen hier ein Schlüsselelement im Rennes-le-Château-Rätsel – zwei Pfarrer, zwei mysteriöse Reichtümer, ein ungelöster Mord.
Die Geschichte von Coustaussa reicht viel weiter zurück als ins 12. Jahrhundert. Der Burgberg war bereits seit 730 besiedelt, ursprünglich durch die Westgoten. Diese germanische Volksgruppe hatte nach dem Fall des Weströmischen Reichs ein Reich in Südfrankreich und Spanien errichtet. Schon im 11. Jahrhundert wird ein Dorf namens *Villam quae vocatur Constantium* urkundlich erwähnt. Dies war eine befestigte Siedlung, die das Sals-Tal kontrollierte. Erst 1157 ließ der mächtige Raymond I. Trencavel, Vizegraf von Razès, das eigentliche castrum (die Burg) errichten, um das Tal der Sals zu verteidigen. Coustaussa kontrollierte die einzige bedeutende Route zwischen dem Aude-Tal und den Corbières.
Die ursprüngliche Burg war eine mächtige Festung mit beeindruckenden Verteidigungsanlagen: Doppelte Ringmauer mit zwei Eingängen: ein gewölbter Durchgang im Süden und eine Pforte im Norden - Vier quadratische Türme und ein runder Eckturm (Echauguette) - Gewaltige Licien (Zwischenmauern) für die Verteidigung - Der herrschaftliche Wohntrakt diente gleichzeitig als Bergfried (Donjon) - Im 16. Jahrhundert wurde die gesamte Anlage grundlegend umgestaltet - Aus der wehrhaften Festung wurde eine elegante Renaissance-Residenz – ein Zeichen dafür, dass die militärische Bedeutung nachließ und repräsentatives Wohnen in den Vordergrund trat. Nach der Französischen Revolution wurde die Burg 1803 an einen Händler verkauft. 1819 die gesamten Holzkonstruktionen, Dachstühle, Balken, Vertäfelungen verkauft.
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