MIROIR AUX FÉES
Villa Béthanie
Einst die größte Goldmine Westeuropas, wurde sie 2004 endgültig geschlossen. Sie hinterließ eine riesige, unheimliche Industrielandschaft mit offenen Tagebauen und verfallenen Förderanlagen, die heute ein absoluter Hotspot für Urbexer (Urban Explorer) ist.
Die Goldmine von Salsigne in den Ausläufern der Montagne Noire war über ein Jahrhundert lang das Zentrum des französischen Goldbergbaus. Nach ihrer Stilllegung blieben gigantische Halden, kontaminierte Absetzbecken und rostige Industrieanlagen zurück. Die toxische Hinterlassenschaft mit Arsen und Schwermetallen macht den Ort nicht nur zu einem faszinierenden Lost Place, sondern auch zu einem ökologischen Mahnmal.
Der industrielle Goldabbau startete offiziell im Jahr 1896, obwohl bereits die Römer und Gallier vor Jahrtausenden hier nach Edelmetallen schürften. Die Mine blieb mit wenigen Unterbrechungen durch beide Weltkriege und die Wirtschaftskrisen hindurch fast ununterbrochen in Betrieb. Erst die fallenden Goldpreise und erschöpfte Vorkommen führten 2004 zur endgültigen Schließung nach über hundert Jahren moderner Förderung.
Die Mine hinterließ schwerwiegende Umweltlasten, insbesondere durch Arsenverseuchung. Die Abraumhalden und Rückstände der Erzaufbereitung enthalten hohe Konzentrationen des giftigen Halbmetalls. Regenwasser spült diese Schadstoffe in die umliegenden Flüsse wie den Orbiel. Mehrere Dörfer mussten zeitweise ihr Trinkwasser aus anderen Quellen beziehen. Die Sanierung der kontaminierten Flächen ist eine enorme finanzielle und technische Herausforderung für den französischen Staat.
Über die gesamte Betriebszeit hinweg wurden in Salsigne schätzungsweise etwa fünfzig Tonnen reines Gold gewonnen. In den besten Jahren produzierte die Mine mehrere hundert Kilogramm Gold jährlich. Neben Gold wurden auch Silber und Arsen als Nebenprodukte extrahiert. Das Arsen wurde industriell weiterverwendet, was zeigt wie eng die Region mit der chemischen Industrie verflochten war.
Der Aufenthalt auf dem Gelände ist gesundheitlich bedenklich und rechtlich problematisch. Neben der akuten Einsturzgefahr alter Schächte und Gebäude ist die Arsenbelastung des Bodens ein ernstes Risiko. Das Aufwirbeln von Staub kann giftige Partikel in die Atemwege bringen. Zudem ist das Gelände teilweise eingezäunt und bewacht. Wer dennoch eindringt, handelt nicht nur fahrlässig gegenüber der eigenen Gesundheit, sondern begeht auch Hausfriedensbruch.
Loading...